26. September 2019

Adventsseminar mit Ursula Wegener

Ursula Wegener ist die Grande Dame der deutschen Floristik, Dozentin für MeisterschülerInnen und sie geniesst als Ikebana-Spezialistin höchstes Ansehen in Asien. Die Chance: Im Oktober kommt sie für ein zweitägiges Seminar nach Wangen!

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Interview: Denise Yannoulis
Bilder: Manfred Laukemann

Sie ist auf dem Sprung nach Gelsenkirchen zu ihrer Meister-klasse. Zurück in ihrer eigenen, internationalen Floristikschule in Crailsheim/ Baden-Württemberg wartet dann eine Gruppe Japaner auf Sie. Ursula Wegener verbindet eine lange und intensive Beziehung zu Asien und insbesondere zu Japan, wo sie für die Nippon Flowers Association in einem Programm für «Train the teacher» mehrmals pro Jahr als Dozentin Weiterbildung für Trainer unterrichtet. Oder auch Lehrgänge bei in ihrer Schule in Deutschland empfängt. Doch sie will ihr Pensum nun reduzieren. Somit augepasst: Ihr Kurs im Oktober in Wangen ist eine vielleicht bald seltene Chance!

Florist: Sie sind eine grosse Ikebana- Anhängerin. Geht es an Ihrem Adventskurs bei uns in der Schweiz ähnlich reduziert zu und her?

Ursula Wegener: «Ich habe noch kein detailliertes Bild. Fest steht, dass wir keine aufdekorierten Arbeiten machen und auch keine künstlichen Materialen verwenden. Man kann schon alle Leute bedienen doch das liegt mir nicht. Wir gehen vom verfügbaren Werkstoff aus und sehen dann, was wir damit machen.»

Das hört sich jetzt für mich noch etwas vage an. Was erwartet mich denn konkret?
«Sie werden von mir keine Anleitung wie Sie «es» machen sollen bekommen. Sondern Sie werden Ihr Werk selber entwickeln! Ich werde Sie lehren richtig zu suchen, zu finden
und sich in das Gegebenen hineinzufühlen. Wenn nötig mit Werkstoffen die durchaus etwas geschönt sind – doch immer
natürlich».

Was ist Wegener-Floristik?
«Ich mach mein Ding. Das habe ich immer gemacht und das ist hinlänglich bekannt. Naturbezüge sind mir wichtig. Doch nicht nur das Material sondern auch was sich hinter den Naturerscheinungen verbirgt. Denn es geht nicht nur um die Dekoration sondern immer auch um die Ressourcen.
Was kann man mit dem ganzen Werkstoff machen? Nicht banal sondern als Ganzes. Das Organische ist der Ausgangspunkt.»

Was liegt Ihnen speziell am Herzen?
«Man muss unseren Beruf auch als Kulturgut sehen, als eine sehr komplexe Tätigkeit. Das versuche ich zu vermitteln. Es geht mir darum, das bei jedem Florist das vorhandene
Schönheitsempfinden, die Ästhetik zu verstärken und gestalterische Werte zu vertiefen. Meine Aufgabe ist es, fundierte Kenntnisse zu vermitteln. Ich will die Leute in ihrem Beruf motivieren und darin bestärken, dass sie für sich die richtige Richtung gefunden haben.»

«Das Adventsseminar – formale, freie, natürliche Themen» mit Ursula Wegener wird von der SwissSkills- Finalistin Deborah Höhn assistiert und findet am Sonntag 6., und Montag, 7. Oktober 2019, in der Zürcher Blumenbörse in Wangen statt.