Leseprobe

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Mut zum  Übermut

Marcel Gabriel hat die Gabe, sich und andere zu begeistern. Sein Enthusiasmus beschert ihm und  seinem Team regelmässig Aufträge, für die erst noch eine Lösung gefunden werden muss. Wir haben den Tausendsassa besucht.

Der Sempachersee liegt kalt und abweisend zwischen verschneiten Hügelzügen. Ein Holzsteg führt auf die glatte Oberfläche hinaus, eine einsame Schnatterente taucht nach Nahrung. Nur ein paar Schritte entfernt auf der anderen Seite der Luzernerstrasse lockt das warme Licht der Weihnachtsausstellung von Gabriel Blumen und Garten. Im grossen, modernen Verkaufslokal, das sich bis in die Gewächshäuser weiterzieht, sind zwei mit Tannenästen überdachte Gabentische aufgebaut, es funkeln goldene Papageienflügel zwischen den Werkstücken und auserlesenen Gefässen und eines der schönsten Spuckschutzfenster aller Coronazeiten steht vor der Kasse. Auch dieses Jahr fanden zahlreiche neugierige Besucherinnen den Weg zu Gabriel. Der Gartenbau- und Floristikbetrieb steht seit über siebzig Jahren hier in Sempach, seit Marcel Gabriels Urgrossmutter 1948 auf ihrem Bauernhof die Gärtnerei gründete. Heute ist Marcel der Inhaber. Er beschäftigt neunzehn Angestellte – neun in der Floristik, neun im Gartenbau und eine Bürokraft. Vor fünfzehn Jahren liess er sich von seinen Eltern Hugo und Irene als Leiter des Blumenladens anstellen. «Ich stellte von Anfang an klar, dass ich das Geschäft nach meinen eigenen Vorstellungen führen und gestalten werde», sagt er, «und sie haben das immer unterstützt und akzeptiert.» Nach einigen Jahren übernahm er nach und nach auch das Gartenbaugeschäft von seinem Vater und 2015 wurde der Gärtner und Meisterflorist Mehrheitsaktionär. Der Geschäftsübernahme seien sehr viele Gespräche und jahrelange Vorbereitungen vorausgegangen. «Wir haben zahlreiche externe Experten beigezogen», erklärt er, «und wir haben uns immer wieder gemeinsam an den Tisch gesetzt und diskutiert und uns auch oft aneinander gerieben.» Dass er das Geschäft übernehmen würde, war jedoch klar. Seine beiden Schwestern waren nie interessiert am elterlichen Betrieb. Die Immobilie und das dazugehörende Land wurde unter den Geschwistern aufgeteilt – ein komplexes Unterfangen…


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