Leseprobe

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Blühende Lichtung
in der Uhrenstadt

In einer Seitenstrasse von Saint-Imier inspiriert Heidi Binggeli
seit bald zwanzig Jahrendie Kundschaft und Mitarbeitenden
mit immer neuen Ideen. Quelle der Energie und Inspiration sind die Wälder ihrer Kindheit.

Vor dem grossen Schaufenster des Fleurs la Clairière leuchtet es frühlingshaft aus grossen, gewundenen Nestern. Das kleine Blumengeschäft in Saint-Imier im Berner Jura gehört Heidi Binggeli. Sie ist nicht weit von hier aufgewachsen. Schon als Kind brachte sie von ihren Streifzügen durch die Wälder und Wiesen in der Umgebung gerne Schätze mit nach Hause. Und das macht sie heute als Floristin noch genau so.
Das Sankt-Immer-Tal ist bekannt für seine Uhrenindustrie. Zahlreiche Grossfirmen haben während der Coronakrise ihre Daueraufträge und Events storniert, erzählt Heidi. «Wie überall sind die Hochzeiten und Trauerfeiern weggefallen oder weniger geworden. Dafür sind mehr private Abonnements dazugekommen. Zum Glück haben wir eine grosse und treue Stammkundschaft, die uns durch die Corona-Pandemie trägt.» Diese schätzt die Abwechslung sehr, mit der sie den Laden gestalten.
Heidi und ihr Team lassen sich alle vier bis fünf Wochen etwas für das Schaufenster einfallen. Sie bilden sich alle regelmässig weiter und probieren gerne Neues aus. Blumen und Pflanzen stehen klar im Vordergrund («Wir sind keine Dekoboutique»). Wenn immer möglich bieten sie regionale und saisonale Produkte an, die trotz des höheren Preises beliebt sind.

Was gibt’s Neues?

Seit Frühjahr 2019 besucht die zierliche Floristin mit den asymmetrisch geschnittenen blonden Haaren die Meisterausbildung an der Naturakademie von Franz-Josef Wein. Dank ihrem zweisprachigen Elternhaus spricht sie zwar Deutsch, die Unterrichtssprache sei aber trotzdem eine Herausforderung für sie als Romande. Während sie fort ist, kann sie sich voll und ganz auf ihre Crew verlassen. Und wenn Heidi dann von den intensiven Unterrichtswochen in Zwettl zurückkehrt, wird sie von ihren Floristinnen gelöchert. «Wir sind alle richtig süchtig nach kreativen Inputs.» Sie wünscht sich für sich und ihr Team …


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